Küster wegen sexuellen Missbrauchs von Kindern zu Haftstrafe verurteilt
Ein ehemaliger Küster aus Wilhelmshaven muss wegen des schweren sexuellen Missbrauchs von zwei Jungen für viereinhalb Jahre ins Gefängnis. Das Landgericht in Oldenburg sah es als erwiesen an, dass sich der Küster in der Zeit von September 1998 und Juni 2010 insgesamt 13 Mal an den beiden Kinder, die zum Zeitpunkt der Tat zwölf Jahre alt waren, vergangen hat. Der Vorsitzende Richter Dietrich Janßen erklärte bei der Begründung des Urteils am vergangenen Freitag, dass sich das umfassende Geständnis des 55-Jährigen strafmildernd ausgewirkt habe.
Nach eigenen Aussagen führte der 55-jährige Küster Buch über seine sexuellen Kontakte. Die Jungen stammten aus Problemfamilien und erhielten als "Belohnung" Geld oder Besuche in Freizeitparks. Die Ermittlungsbeamten fanden bei einer Hausdurchsuchung des Angeklagten neben den Notizbüchern auch mehr als 1.000 DVDs, Videos, Fotos und Aktenordner mit zumeist homosexuellen Inhalten.
Nachdem im Januar diesen Jahres die Vorwürfe bekannt wurden, wurde der Küster einer Kirchengemeinde in Wilhelmshaven entlassen. Durch einen Sachverständigen wurde dem Angeklagten eine "pädophile Störung" und "ausgeprägte Rechtfertigungstendenzen" attestiert. Der Mann erklärte immer wieder, dass die Initiative stets von den Jungen ausgegangen sei. Staatsanwältin Manuela Wassmann hingegen erklärte, dass es nicht überzeugend klingt, dass sich die Kinder dem 55-Jährigen angeboten haben sollen. Sie hielt dem Mann zwar zugute, dass er die Taten vor Gericht einräumte, dennoch kritisierte sie, dass der Mann die Situation "gezielt für sich ausgenutzt" habe.
Mit dem Urteil folgte das Gericht der Forderung der Staatsanwaltschaft. Sie hatte auf eine Freiheitsstrafe von vier Jahren und sechs Monaten plädiert. Vom Verteidiger Andreas Baer wurde eine Freiheitsstrafe gefordert, die nicht länger als zweieinhalb Jahre dauern sollte. Nach dem Urteil ließ er offen, ob er in Revision gehen wird. Vor der Urteilsverkündung hatte der 55-jährige Küster sich für seine Tat entschuldigt. "Es tut mit Leid, was passiert ist", sagte er.
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